Bis ich 6 wurde, schwankte ich in meinen beruflichen Plänen zwischen Tierärztin, Clown und Wurstverkäuferin, mit 6 entschied ich aber endgültig, bei Heino im Backgroundchor zu singen, was vor allem den ehrgeizigen Plänen meiner Oma sehr entgegen kam. Um mich für diese Aufgabe zu qualifizieren, steckte man mir eine Blockflöte in den Mund, und ich staune heute noch, daß ich es im späteren Leben trotz dieses erheblichen Frühschadens bis zur echten Musikerin gebracht habe. Das hatte nicht zuletzt mit meiner ersten großen Liebe zu tun: Dem Klavier.

Mein Alter stieg, der Notendurchschnitt sank. Um der logischen Konsequenz dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, beendete ich die lästige Angelegenheit Schule bereits nach der 10. Klasse. Ich heiratete mein Klavier und zum Musikstudium zog es mich fort in die Welt, da man in meinem Elternhaus nach wie vor einer Karriere im Heinochor entgegenfieberte.

Damals war ich jung und die Welt entsprechend klein. Das erklärt das Unerklärliche: ohne angeborene Schwimmhäute ging ich freiwillig nach Wuppertal, statt zum Beispiel naheliegender Weise New-York oder Berlin zur neuen Heimat zu erklären. Allerdings entwickelte ich hier nach der Kindheit auf dem Dorf durchaus großstädtische Gefühle und bin bis heute der Schwebebahn mit einem gewissen Lokalpatriotismus treu geblieben.

Das Studium war klassisch, mein weiterer Lebenweg eher nicht. Mit einem Cocktail aus Lehrauftrag an der Hochschule, Privatschülern, Salonmusik, Starlight Express und Männerchorbegleitungen war ich ständig auf der Suche nach meinem Leben. Nach einigen lebhaften und spannenden Jahren des Suchens sehnte ich mich nach Sicherheiten und wurde Vermittlerin in einer Künstleragentur, der ich 18 Jahren angehörte. Doch auch hier hörte ich nicht auf zu suchen und über den Tellerrand meiner Arbeit hinauszugucken. Meine Liebe galt schon immer dem Kabarett, der Comedy – es zog mich auf die Bühne und immer mal wieder machte ich Abstecher dorthin, als Kabarettistin und als Musikerin.

Und nun – mit meinem ersten Soloprogramm „Reni Reinlich – Wat machen Sie denn hier?“ habe ich mir meinen Traum erfüllt und endlich gefunden, wonach ich ein Leben lang gesucht habe. Meinen Platz auf der Kabarettbühne. Bühne frei für Reni Reinlich – die bergische Putzfrau mit der Schnodderschnauze, die den alltäglichen Wahnsinn aus ihrer Sicht kommentiert und der kein Thema heilig ist.

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